Vor- und Frühgeschichtliche Sammlungen

Seit Gründung des Museumsvereines im Jahre 1823 zählt zu den Sammlungsbereichen auch "eine vaterländische Sammlung von Antiken, römischen Milliarien, Sarkophagen, Denksteinen etc."; bereits 1851 waren durch Funde aus dem Alttiroler Raum 650 Inventarnummern belegt.
1877 begann mit der Ernennung von Univ.-Prof. Dr. Franz Ritter von Wieser zum "Fachdirektor in der naturhistorischen Sektion und speziell für prähistorische Fundstücke und Forschungen" eine überaus fruchtbare Sammel- und Grabungstätigkeit.
Von 1887 bis 1919 zum Vorstand des Ferdinandeums bestellt, gelangten große Fundkomplexe mit überregionaler Bedeutung aus Südtirol und dem Trentino durch Ausgrabungen, Ankäufe und Schenkungen ins Museum, so z.B. Weihegaben vom Brandopferplatz Mechel-Valemporga und aus den Heiligtümern von Sanzeno im Nonsberg, weiters u. a. auch Grabkomplexe aus dem römerzeitlichen Brandgräberfeld von Salurn und das sog. langobardische Fürstengrab von Civezzano.
Seit dem Ende des 1. Weltkrieges bleiben die Erwerbungen der Vor- und Frühgeschichtlichen und Provinzialrömischen Sammlungen auf das heutige Bundesland Tirol beschränkt.
Von 1924 bis 1927 vollendete der ehrenamtliche Fachdirektor und spätere Ordinarius für Urgeschichte an der Universität Marburg a. d. Lahn, Dr. Gero von Merhart, die vom Staatsdenkmalamt Wien unter Georg Kyrle begonnene Inventarisierung des Depotbestandes, neben einer Neuaufstellung der Schausammlung richtete er auch eine Werkstätte für Präparierung von Funden ein.
Die systematische Erforschung des überregional bedeutenden hallstatt- und latènezeitlichen Gräberfeldes von Wörgl/Egerndorfer Feld war ein besonderes Anliegen von ao. Univ.-Prof. Dr. Liselotte Zemmer-Plank, Kustos von 1964 bis 1996. Durch zahlreiche Rettungsgrabungen erfuhr der Sammlungsbestand wesentlichen Zuwachs.
Seit 1997 bilden besondere Forschungsschwerpunkte die Fortsetzung der archäologischen Untersuchungen im Brandgräberfeld Wörgl-Egerndorfer Feld und in den Kastellbereichen von Veldidena (Innsbruck-Wilten) und Teriolis (Zirl-Martinsbühel).
Sonderausstellungen auch in den Tiroler Bezirken forcieren die wissenschaftliche Bearbeitung von unpublizierten Sammlungsbeständen unter Einbindung in Tiroler Bezirks- und Heimatmuseen verwahrter archäologischer Funde.

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Die Vor- und Frühgeschichtliche Sammlungen sammeln, bewahren prähistorische, römische, mittelalterliche und neuzeitliche Bodenfunden, dokumentieren die Stein-, Bronze-, Eisen- und Römerzeit sowie des Frühmittelalters von Tirol, betreuen die Vor- und Frühgeschichtlichen und Provinzialarchäologischen Schausammlung, führen Notbergungen archäologischer Bodenfunde, Forschungs-/ Rettungsgrabungen, archäologische Feldforschung durch, betreuen Forschungsprojekte, Studierende, beraten Kollegen in Heimatmuseen, Begutachte und Bestimmen archäologische Bodenfunde, veröffentlichen von Sammlungsbeständen, organisieren Sonderausstellungen, veranstalten Gastvorträgen etc., weitere Aufgabenbereiche sind die Konservierund und Restaurierung von archäologischen Bodenfunden aus Keramik, Metall, Glas etc., die Beratung bei restauratorischen Problem- und Fragestellungen sowie die Erstellung von Kopien aus Kunstharz von archäologischen Bodenfunden
Gesammelt werden vor- und frühgeschichtliche Objekte aus dem Bundesland Tirol von der Gründung des Ferdinandeums 1823 bis zum Ende des 1. Weltkrieges auch Südtirol und im Trentino, wie archäologische Bodenfunde der Stein-, Bronze-, Eisen- und Römerzeit, des Mittelalters und der Neuzeit aus Keramik, Metall, Glas der verschiedenen Kategorien: Einzel-, Siedlungs-, Grab-, Gewässer-, Höhen-, Hort-, Weihefunde
Objekte: u.a. Tongefäßbruchstücke ("Scherben") und erhaltene Gefäße aus Ton, Waffen (z.B. Schwerter, Lanzenspitzen, Pfeilspitzen), haus- und landwirtschaftliches Gerät (z.B. Messer, Nähnadeln, Ackerhauen etc.), Handwerksgerät (z.B. Drechseln, Hämmer, Meißel etc.), Schmuck (z.B. Nadeln, Fibeln, Arm- und Fingerringe, Glasperlen etc.), römerzeitliche Münzen und römerzeitliche Meilen-, Grab- und Weihesteine
 

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